Blockchain My Heart

Uraufführung: 2022
Offenes Haus Oberwart (OHO)

Eine verkettete Kunstaktion mit ungewissem Ausgang

Autor:innen: Gerhard Altmann, Klaus Jürgen Bauer, Theodora Bauer, Clemens Berger, Raoul Eisele, Michaela Frühstück, Karin Ivancsics, Heinz Janisch, Siegmund Kleinl, Reinhold Konzett-Stumpf, Wolfgang Millendorfer, Petra Piuk, Günter Schütter, Elke Steiner, Susanne Toth, Konstantin Milena Vlasich / Bildende Kunst: Andreas Dworak, Maja Erdeljanin, Wolfgang Horwath, Cornelia König, Florian Lang, Andreas Lehner, Manfred Leirer, Ilse Lichtenberger, Elke Mischling, Andrea Ochsenhofer, John Petschinger, Michaela Putz, Eveline Rabold, Johannes Ramsauer, Georg Vinokic, Hans Wetzelsdorfer / Musik: Sophie Abraham, Marco Blascetta, Dominik Hofstädter, Eros Kadaver, Alex Karazman, Justin Kodnar, Hannes Laszakovits, Bozana Meidl-Brajic, Mirjam Mikacs, Thomas Maria Monetti, Rainer Paul, Sophie Reyer, Scarabeus Dream, Wilhelm Spuller, Petra Stump-Linshalm, Nikola Zeichmann / Idee, Dramaturgische Einrichtung und Inszenierung: Peter Wagner / Inszenierte Moderation: Michaela Khom / Expertise und Recherche: Michael Mastrototaro / Leitung bildende Kunst: Wolfgang Horwath / Licht: Alfred Masal, Jan Tomsits / Videotechnik und Programmierung: Zoltán Galambos / Tontechnik: Florian Deckereßtext

Eine Produktion des Offenen Hauses Oberwart mit logistischer Unterstützung der Theaterinitiative Burgenland.

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Eine verkettete Kunstaktion mit ungewissem Ausgang
oder
Eine Herzensausstellung mit Verkaufswert
oder
Was ist ein NTF? – Ein ehrenwert komplexer Versuch der Kunst
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Kann man mit Klimt alles machen? Und können wir das auch?
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Wie dick ist das Eis, auf dem wir wandeln?
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Warum man mit etwas spielt, noch bevor man es versteht?

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Blockchain my Heart

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VIDEO

Blockchain My Heart

Die Kunstaktion Blockchain My Heart verbindet, der Kettengestalt einer Blockchain nachempfunden, mehrere Sparten der Kunst miteinander, beginnend mit Exponaten der Bildenden Kunst zum Stichwort Herz.
16 Künstler:innen wurden dazu bereits namhaft gemacht, 16 Literat:innen haben je einem Bild einen Text in der Länge von 30 bis max. 55 Sekunden hinzugefügt, u.z. in Form eines Handy-Videos im hochgestellten Format.
Entweder auf das Bild oder auf den Text oder auf beides haben in der Folge 16 Musikerinnen / Komponistinnen mit einem musikalischen Beitrag in gleicher Länge reagiert.
Soweit der Aufbau des Projekts.

Was aber steckt tatsächlich dahinter?

Wie man im Frühjahr 2022 erlebt hat, wird mittlerweile sogar hundert Jahre alte, bislang ausschließlich als analog identifizierbare Kunstwerke wie beispielsweise Klimts „Der Kuss“ in den virtuellen (Verkaufs)Raum verfrachtet – mit durchaus auch zweifelhaften Ergebnissen.
So geriert sich der Plattformgedanke der sog. BLOCKCHAIN auch als neue Verkaufsmöglichkeit für Kunst. Bei einer Blockchain handelt es sich um eine angeblich fälschungssichere Datensatzkette, die vornehmlich für Finanztransaktionen erfunden wurde. In diese werden nun, was die Kunst betrifft, sog. NFTs (Non-Fungible Tokens – wörtlich etwa: nicht ersetzbare Wertmarken) geladen. NFTs sind rein digitale Sammelobjekte, die als Abbilder für das physische Kunstwerk stehen, aber durch den Anspruch auf ihre unumstößliche Einmaligkeit als digitales Zertifikat einen eigenständigen Wert repräsentieren. Man kann sie mit einer Kryptowährung kaufen, sammeln und auch wieder verkaufen, jedenfalls aber nicht angreifen, weil sie nur im digitalen Raum existieren.
Wie zukunftsträchtig dieses Modell tatsächlich ist, wird sich in den kommenden Jahren weisen.

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Rudimentäres Wissen als Anreiz

Das OHO hat sich entschlossen, mit diesem Modell ein kleines Spielchen zu treiben – bewusst mit ungewissem Ausgang. Abgesehen davon, dass auch die Betreiber dieses Projektes nur über ein rudimentäres Wissen über diese Technologie verfügen, hindert sie nichts an einem Versuch, gerade aus ihrer Unwissenheit ein mehr oder weniger unterhaltsames künstlerisches Werk zu lukrieren, das sowohl sie als auch das werte Publikum ja dann am Ende nicht mehr ganz so deppert dastehen lassen muss wie bei den ersten Diskussionen zu unserem Vorhaben. Und vielleicht eröffnet sich für manche Künstler:in eine Möglichkeit, ihre oder seine Kunst in Zukunft über eine weitere Schiene zu vertreiben.

Völlig ahnungslos will man sich allerdings auch nicht geben, hat man in der Person des Künstlers, Kunstaktivisten und Programmierers Michael Mastrototaro einen Experten verpflichtet, der die technisch-didaktische Voraussetzung für den Eintritt von Künstler:innen und Publikum in die neue virtuelle Welt der Blockchain geschaffen hat.